Gesundheits-QiGong

QiGong im weiteren Sinne ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Auch Kampfkunst-Übungen werden darunter verstanden, QiGong ist verwandt mit Taiji. Zur Praxis gehören:

  • Atemübungen
  • Körper- und Bewegungsübungen
  • Konzentrations- und Meditationsübungen

Das "Qi" – die Lebensnergie in verschiedener Gestalt – ist das allgegenwärtige, verbindende und sich umwandelnde Fluidum, welches die Komponenten Atmung, Bewegung und Bewußtsein zu einer sinnvollen Einheit von Körper und Geist zusammenfügt.

Das "Gong" - die Arbeit, die die Pflege des Qi betreibt, ist der Motor, die das Qi antreibt und ins Fließen bringt. Der Atem als vitales Element spielt dabei eine wesentliche Rolle. Durch innere oder äußerlich sichtbare körperliche Übung kann das Qi umgewandelt, ausgetauscht oder vermehrt werden.


QiGong im engeren Sinne grenzt sich gegenüber Taiji u.a. durch die bewusste Nähe zur Prophylaxe und Therapie von Krankheiten und Alterserscheinungen ab. Die Übungen dienen ausdrücklich der Verbesserung des Gesundheitszustandes und Gesunderhaltung des Menschen. Als eine der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird QiGong zur Stärkung und Harmonisierung der physischen und psychischen Kräfte im menschlichen Körper schon seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt.

Aspekte des Gesundheits-QiGong

Folgende Inhalte sind wesentliche Bestandteile im Gesundheits-QiGong und deren Ausbildung:

Geschichte und Hintergrund fernöstlicher Kultur

  • Einführung in Daoismus, Buddhismus
  • Geschichtlicher Hintergrund zur Einordung des QiGong
  • All umfassende Prinzipien wie Yin–Yang, WuJi – TaiJi – WanWu

Wissenschaftlich fundierte Übungen und exakte Techniken

  • QiGong-Lehrmethoden, Didaktik und Methodik
  • Meditations- und Entspannungstechniken zum Stressabbau
  • Formen des Gesundheits-QiGong, Traditionelles QiGong, Stilles QiGong

Medizinisches Basiswissen aus TCM und Westlicher Medizin

  • Wirkung des QiGong auf Organsysteme und Psyche
  • Anatomie, Aufbau u. Funktion von Muskel- und Skelettsystem
  • Grundlagen der TCM, 5 Elemente, Energie,- Akupressur- und Meridiansystem

Die wissenschaftlich gestützten Forschungsergebnisse nach Maßstäben der TCM und westlicher Medizin belegen nun, dass regelmäßiges Üben des Gesundheits-QiGong nachweislich einen fördernden Einfluss auf Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf-System, Immunsystem und Psyche hat.

Entwicklung des Gesundheits-QiGong

China

Während hiesige Krankenkassen nun auch QiGong in neue Therapiekonzepte integrieren, bemüht sich China schon seit längerem auch aus staatlicher Sicht, QiGong als anerkannte Methode zur Gesundheitsprävention zu fördern. Das chinesische Sport-Ministerium stellte 2003 zusammen mit der Chinese Health QiGong Association (CHQA) das neu strukturierte Gesundheits-QiGong vor, das in China durch staatliche Unterstützung eine große Verbreitung gefunden hat. Vor allem die althergebrachten Formen wurden von der Sportuniversität Peking untersucht, evaluiert, standardisiert und für gesundheitlich besonders wertvoll befunden. Dazu zählen u.a.:

  • Yì Jīn Jīng - Die Wandlung des Gewebes
  • Wu Qin Xi – Das Spiel der fünf Tiere
  • Liu Zi Jue – Die sechs heilsamen Töne
  • Ba Duan Jin – Die acht edlen Brokate

Regelmäßig finden internationale Veranstaltungen zum Austausch, Weiterentwicklung und Verbreitung des Gesundheit-QiGong statt darunter:

2007 – The 2nd International Health QiGong Demonstration and Exchange (internationaler Wettkampf u. Prüfungen) und International Symposium on Health QiGong Science.

2009 - The 3rd International Health QiGong Tournament and Exchange (Meisterschaft in Shanghai). Dabei wurde die International Health QiGong Federation für die internationale Förderung des Gesundheits-QiGong gegründet.


Zweck dieser Bemühungen ist die Förderung der körperlichen und geistigen Gesundheit auf Grundlage der neuen internationalen Standards, welche unter der Leitung des Chinesischen Gesundheits-QiGong Verbandes (CHQA) nach Jahren der Forschung in Zusammenarbeit mit maßgeblichen chinesischen QiGong-Meistern auf Basis der Essenz der traditionellen Übungssysteme und neuer wissenschaftlicher Studien entwickelt und festgelegt worden ist.

Europa

In Europa, insbesondere in Deutschland, existiert unter der Vielzahl von Anbietern für Ausbildung und Training für QiGong keine einheitliche verbindliche Ausbildungsrichtlinie. Jedoch gibt es Bemühungen um Klassifizierung, Standards und Qualitätssicherung. In 2003 wurde zur Festschreibung von Ausbildungsrichtlinien der Deutsche Dachverband für QiGong und Taijiquan e.V. gegründet.
In 2005 beim Ersten Deutschen Gesundheits-QiGong Kongress in München gründet sich der Verband Gesundheits-QiGong Deutschland (GQD), ab 2007 unter dem Namen Deutsche Gesellschaft für Gesundheits-QiGong e.V. (DGGQ). In 2008 wurde Der Erste Europäische Gesundheits-QiGong Kongress in München organisiert. Federführend und aktiv gestaltend bei den Bemühungen, Gesundheits-QiGong in Deutschland zu etablieren, ist Dokuho J. Meindl, heutiger Vizepräsident des Münchener Vereins.

Ausbildungsrichtlinien in Deutschland

Führend bei den Interessenverbänden für QiGong ist der Deutsche Dachverband für QiGong und Taijiquan e.V. (DDQT). Dieser hat die Allgemeinen Ausbildungsleitlinien (AALL) erlassen, um die Qualität und Struktur der Ausbildung für QiGong und Taijiquan zu sichern. Ausbildungsinstitute, die Wert auf ein strukturiertes und inhaltlich qualitativ hochwertiges Training legen, bilden nach den AALL des Dachverbandes für QiGong und Taijiquan e.V. aus bzw. orientieren sich an den Qualitätsstandards des Gesundheits-QiGong oder Instituten, die diese Richtlinien anerkennen und umsetzen. Im zunehmenden Maße werden diese Ausbildungen auch von den Krankenkassen als präventiv sinnvoll und therapeutisch wirksam anerkannt und unterstützt.