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Formen des Gesundheits-Qigong

Gemäß Definition der "Chinese Health QiGong Association" werden von den lizenzierten Instruktoren für Gesundheits-QiGong die folgenden altbewährten QiGong-Formen in einer wachsenden Liste von Übungen zusammengefasst und in neuer standardisierter Form gelehrt. Die Pfeiler des Gesundheits-QiGong:

Taiji Fitnessstab – Taiji Yangsheng Zhang

Anwendung

In der achtteiligen Form Taiji Fitnessstab wird das Daoyin – die Einheit von Bewußtsein, Energie und körperlicher Ausführung – mit der Führung des Taiji-Fitnessstabes verknüpft. Das Qi folgt der Bewegung, die Bewegung der Vorstellung, die auf der Konzentration der Führung des Stabes basiert.

Der Stab als Hilfsmittel dient zur Unterstützung einer exakten Ausführung der Übungen. Die Hüfte als Hauptachse des Körpers initiiert die sichtbare Bewegung. Die Wirbelsäule nimmt diese Drehbewegung als Torsion auf und setzt sie wiederum in Schulter-, Arm-, und Handgelenken fort. Durch die harmonischen Bewegungen (Spiraldrehung, Beugung …) werden Knochen, Muskeln, Sehnen und Gelenke sehr sanft trainiert.

Der Taiji-Fitnessstab ermöglicht eine besondere flächige Massage des Körpers, welche die Meridiane, Akupunkturpunkte und inneren Organe anregt. Der elegante Umgang mit diesem Trainingsgerät schult den Gleichgewichtssinn, das räumliche Empfinden und Sehen sowie die Motorik durch künstlich verlängerte Gliedmaßen. Durch die Kopplung der Gliedmaßen mittels Taiji-Stab werden die Bewegungsradien der Gliedmaßen, die Geschwindigkeit der Bewegung und damit der Energiefluß in den Körperhälften synchronisiert. Die gleichmäßig runden, zeitlich abgestimmten äußeren Abläufe ermöglichen eine entspannte geistige Führung der Bewegung und wirken andererseits auf eine starke mentale Sammlung des Geistes zurück.

Formen

  • Der Bootsmann schwingt das Ruder
  • Das kleine Boot fährt langsam
  • Das Lotusblatt schwingt im Wind
  • Der Schiffer treidelt am Tau
  • Der Zauberstab befriedet das Meer
  • Der Golddrache wedelt mit dem Schwanz
  • Auf Schatzsuche ins Meer tauchen
  • Rückkehr des Qi zum Dantian
Fitnessstab

Geschichte

In der traditionellen chinesischen Gesundheitspflege hat der Stab als Trainingsgerät für Leibesübungen eine sehr lange Geschichte. Auf dem bekannten Daoyin-Schaubild, gefunden 1976 im Grab des Mawangdui aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n.Chr.), sind die frühesten derzeit bekannten Aufzeichnungen darüber zu sehen. Die Bilder zeigen Menschen, die mit einem langen Stab verschiedene Körperhaltungen einnehmen. Vom „primitivsten schamanischen Tanz“ der Urzeit mit einem Stock in der Hand zur Stärkung und Krankheitsabwehr bis zu Übungen im Daoyin, Tuna, Anqiao, Xingqi, (Dehnung, Atmung, Selbstmassage, Leitung des Qi) und weiteren Methoden dient der Stab zur Führung der Körperglieder. Die Verwendung des Taiji-Stabes im QiGong weist zweifelsohne auf die Verwandschaft zwischen den im QiGong eingesetzten Übungen zur Erhaltung der Gesundheit und der Kampfkunst Taiji hin. Auf der Basis der im Daoyin-Schaubild gezeigten Übungen und anderen effektiven traditionellen Trainingsmethoden mit dem Taiji-Stab wurde diese elegante Form entwickelt, ihre Wirksamkeit wissentschaftlich belegt und der Menge des Gesundheits-QiGong hinzugefügt.

Das Spiel der 5 Tiere – Wu Qin Xi

Anwendung

Das Spiel der fünf Tiere greift als eines der anspruchvollsten QiGong Systeme die vielseitigen Charaktere aus der Tierwelt auf, um sie mittels körperlicher und mentaler Übungen erfahrbar zu machen. Das Ausloten unserer natürlichen Bewegungsmöglichkeiten in körperlicher Hinsicht trainiert vernachlässigte aber evolutionär existierende Muskelpotentiale. Andererseits unterstützt die mentale Identifikation mit dem jeweiligen Tier nicht nur die körperliche Ausführung der Übung. Durch die Vorstellungskraft und dem Verschmelzen mit dem dem Tier zugeschriebenen Charakter verbinden wir uns selbst zu unseren eigenen menschlichen Wesenszügen und gelangen zu mehr persönlicher Präsenz.

Formen

  • Tiger – kräftig, kämpferisch impulsiv
  • Der Tiger hebt seine Krallen
    Der Tiger fängt seine Beute

  • Reh – ruhig, wach; elegant und geschmeidig
  • Das Reh zeigt die Hörner
    Das Reh läuft

  • Bär – gutmütig und stabil, fest auf der Erde
  • Der Bär lässt die Energie im Körper kreisen
    Der Bär schüttelt seinen Kopf

  • Affe – lebendig, reaktionsschnell, offen und zugreifend
  • Der Affe hebt seine Hände
    Der Affe greift sich eine Frucht

  • Kranich – leichtfüßig und grazil, schwingend geistig atmend
  • Der Kranich streckt seine Flügel aus
    Der fliegende Kranich
    Tiere

    Geschichte

    Das Spiel der 5 Tiere ist eine der ältesten Übungssysteme überhaupt, die sich in der Tradition bis auf vorzeitliche schamanistische Tänze zurückverfolgen lassen. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. werden vom daoistischen Philosophen Zhuang-Zi Tierübungen erwähnt. Auch Dokumente aus dem um 168 v. Chr. verschlossenen Grab von Mawangdui zeigen 5-Tiere-Übungen, so u. a. das Gehen wie ein Bär. Der berühmte chinesische Arzt Hua Tuo (ca. 190 – 265 n. Chr.) entwickelte eine Bewegungsserie „Fünf Tiere“, die der Patient zur Heilung zu imitieren hatte. Im QiGong Yangsheng integriert der Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin Prof. Jiao Guorui (1923-1997) Hua Tuo’s Spiel der 5 Tiere.

    QiGong von König Ma – Ma Wang Dui

    Anwendung

    Bei der Zusammenstellung der 12 Daoyin-Übungen von König Ma wurde der Theorie der Meridianlehre besondere Beachtung geschenkt. Im Zusammenspiel der Konzentration auf den Verlauf der feinstofflichen Energieleitbahnen bzw. der Visualisierung deren Zugangspunkte mit einer kontrollierten Atmung und der bewußten Dehnung des Körpers - dem charakteristischen Aspekt des Daoyin-QiGong - entfaltet sich die positive Wirkung des Daoyin.

    Wesentliche Elemente sind das Drehen, Beugen und Strecken in angenehmen langsamen Bewegungen, wobei die Wirbelsäule die zentrale Achse bildet, z.B. „Schwimmen einer Wildente". Meridiane, Muskeln, Sehnen und Knochen werden gedehnt, Anspannung und Entspannung wechseln einander ab, z.B. „Zur Behandlung von Rückenproblemen“. Die bewußte Atmung mit der Vorstellung, alte verbrauchte Energie abzugeben und die neue stärkende Lebenskraft in Form von belebender Atemluft aufzunehmen, bildet den 3. Schwerpunkt der Übungen, z.B. „Recken eines Vogels“. Auch eine gewisse graziös anmutende und angenehm beschwingte Note läßt sich den Mawangdui-Übungen nicht absprechen, z.B. „Blick des Sperbers“ oder „Tanz des Kranichs“.

    Die 12 Übungen helfen, Beschwerden von Rücken, Schultern, Gelenken und Muskeln zu vorzubeugen und lindern. Die Dehnung der Meridiane bewirkt eine Reinigung derselben und damit eine Verbesserung des freien Qi-Flusses. Durch das umfassende Training des gesamten Körpers, werden die inneren Organe aktiviert und dadurch ihre Funktion verbessert. Z.b. das Training der Atmung vergrößert das Lungenvolumen und stärkt damit das Immunsystem. Die Körperwahrnehmung, der Gleichgewichtssinn und die aufrechte Körperhaltung werden geschult. Die Folge einer ruhigeren Atmung und der geistigen Sammlung wirkt sich positiv auf die Psyche und die allgemeine Ausstrahlung aus.

    Formen

    • Einen Bogen Spannen
    • Zur Behandlung von Rückenproblemen
    • Schwimmen einer Wildente
    • Aufstieg eines Drachens
    • Recken eines Vogels
    • Zur Behandlung von Unterleibsproblemen
    • Blick des Sperbers
    • Behandlung von Hüftproblemen
    • Flug einer Wildgans
    • Tanz des Kranichs
    • Mit erhobenem Kopf ausatmen
    • Zur Behandlung von Yin-Beschwerden
    König

    Geschichte

    Dem Namen dieser Übungsform liegt ein aus den 1970er Jahren einzigartiger Fund großangelegter antiker Grabanlagen nahe der Stadt Changshan in der ostchinesischen Provinz Hanan zu Grunde. Der Legende nach werden die 3 großen Grabkammern, die reichlich mit Zeugnissen aus der Han-Dynastie (200 v. Chr.) und früheren Epochen angefüllt waren, dem Fürst Mawangdui zugesprochen. Neben einer extrem gut erhaltenen weiblichen Leiche und zahlreichen Belegen von Leben, Kunst und Kultur dieser Zeit, fanden sich in einer Truhe medizinische Dokumente mit über 23.000 identifzierten Schriftzeichen.

    Darunter das 140 x 50 cm messende Seidenbild, auf dem sich durch Leibesübungen ertüchtigende Figuren in 4 Reihen abgebildet waren. Neben den Bildern finden sich einfache Erläuterungen, die den Begriff „Yin“ enthalten. Im Altertum war das die Bedeutung für „Krankheiten heilen“. Daher wurde dieses Seidenbild als „Die Karte für Daoyin-Übungen zur Gesunderhaltung“ identifiziert. Auf 5 Abschnitten werden unter anderem Bewegungen von Tieren nachgeahmt wie die des „Flug des Sperbers“, des „Tanz des Kranichs“ und des „Recken einers Vogels“. Sie stellen die Grundlage dieser 12-teiligen Übungsform dar. Nachträglich wurden die Detailausführung und Reihenfolge unter neuesten wissenschaftlichen und gesundheitsphysiologischen Gesichtspunkten untersucht und optimiert. Dabei besaß die Chinesische Vereinigung für Gesundheitsqigong die federführende Rolle.

    Die acht edlen Brokate – Ba Duan Jin

    Anwendung

    Die acht edlen Brokate sind heute eine der bekanntesten und beliebtesten QiGong Übungen überhaupt. Sie zeichnen sich vor allem durch ihre Einfachheit und hohe physiologische und atemtherapeutische Wirksamkeit aus; die eleganten feinen, aber auch kraftvollen Bewegungen, den Wechsel von Yin und Yang, von Leere und Fülle, Zerstreuung und Sammlung, von Anspannung und Entspannung.

    Durch die weichen langsamen und fließenden Formen wird der Energiefluss über wichtige Leitbahnen und Energiepunkte des Meridiansystems angeregt. Die Wirkung ist vitalisierend und kräftigend auf Muskulatur und Sehnen, Energieblockaden können sich lösen. Durch die Aufrichtung von Wirbelsäule und Kopf kann die Körperhaltung verbessert werden.

    Andererseits werden die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannten 5 inneren Funktionskreise durch die Übungen gezielt angesprochen und aktiviert. Diese sind: Leber/Galle, Herz/Dünndarm, Magen/Milz, Lunge/Dickdarm und Nieren. Das Training bewirkt die Harmonisierung der Organfunktionen und somit insgesamt die Reinigung und Stärkung des Körpers. Die einzelnen acht Brokat-Übungen werden aber auch in geistiger Bedeutung zur Pflege der Psyche interpretiert. Sie fördern so präventiv körperliches und geistiges Wohlbefinden.

    Formen

    • Den Himmel stützen und den Dreifachen Erwärmer regulieren
    • Den Bogen spannen und auf den Adler schießen
    • Himmel und Erde halten
    • Kopf nicken und mit der Hüfte schwenken
    • Zurückschauen und die 5 Betrübnisse und 7 Kümmernisse hinter sich lassen
    • Die Fäuste ballen und mit den Augen funkeln
    • Die Füße fassen und die Lenden stärken
    • 7 mal auf die Fersen fallen und alle Krankheiten vertreiben
    Brokate

    Geschichte

    Der chinesische Daoist Xu Sun aus der Zeit der Jin-Dynastie (265–420 n.Chr.) erwähnt in seinen Schriften frühe Formen der Acht Brokatübungen und bezeichnete Lingjianzi, der das Werk Yindao zi wu ji verfasst haben soll, als Erfinder dieser Übungen. Ausgrabungen im Jahr 1973 aus dem Mawangdui-Grab Nr. 3, datiert auf 168 v. Chr. in der Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.), belegen jedoch früheres Erscheinen von Varianten der acht Brokat Übungen. Ein auf Seide geschriebenes Buch über die Methode vom "Leiten und Führen des Qi" und eine auf Seide gemalte "Tafel mit Übungen zum Leiten und Dehnen" (Daoyintu) zeigen eindeutig die Verwandtschaft mit den bereits bekannten Darstellungen. In Anlehnung an die Bezeichnung für einen sehr wertvollen gemusterten Seidenstoff - „Brokat“ - entstand wohl später die Begrifflichkeit für diese geschätzten heilsamen Übungen. Ursprünglich waren es 8 einzelne unabhängige Übungen, die durch Variation und Ergänzung zu Übungsreihen mit 4, 6, 12 oder 24 Abschnitten ausgebaut wurden. Aus über 64 Varianten der klassischen „Acht Brokat Übungssysteme“ wurde die neue Form im Gesundheits-QiGong.

    Der große Ursprungstanz – DaWu

    Anwendung

    Das System „Der große Ursprungstanz“ fasst die Daoyin-Übungen – das Training von körperlicher Dehnung, freier Atmung, und friedlicher Geisteshaltung – als eine rhythmische Choreografie ästhetisch reizvoller Tanzelemente auf. Die Bewegungen sind sanft, aber doch energisch und stellen hohe Anforderungen an Gleichgewichtssinn sowie die Elastizität von Wirbelsäule, Rumpf und Gliedmaßen. Auf eine freudvolle Weise werden die Zirkulation von Lebensenergie (Qi) und Blut in allen Organen reguliert, die Reinigung von Gefäßen und Gelenken optimiert sowie Geist und Gehirnfunktion vitalisiert.
    Der große Ursprungstanz wurde u.a. deshalb in die Liste der besonders wertvollen Übungen des Gesundheits-QiGong aufgenommen, weil hier die heilsamen physiologischen Aspekte der Einzelübungen besonders deutlich in den Vordergrund treten. Die starke Dehnung von Rumpf, Wirbelsäule und Gliedmaßen sorgen für eine umfassende, sofort spürbare Aktivierung der Gelenke sowie eine gesteigerte Durchblutung der beteiligten Muskulatur. Aus der Sichtweise der Traditionellen Chinesischen Medizin bewirkt die Dehnung der Meridiane die Stimulation der zugeordneten Organsysteme, zum Bsp. die seitliche Dehnung des Gallenblasenmeridians bei der „Wirbel- und Rückenmassage“ stimuliert das Organsystem Leber-Galle. Das langsame Schreiten und die Haltungen auf einem Bein trainieren den Gleichgewichtssinn und eine aufrechte Körperhaltung.
    Neben der physischen Entspannung, die dem Zurücknehmen der körperlichen Dehnung folgt, resultiert auch die Stärkung eines freien unbeschwerten Geistes aus der uneingeschränkt durch den Rhythmus der Bewegung geführten natürlichen Atmung. Aus psychologischer Sicht bewirken die graziösen, raumeinnehmenden und oft in die Höhe ausgeführten Formen eine verbesserte Körperwahrnehmung hinsichtlich Größe, Geschmeidigkeit und Eleganz des eigenen Körpers. Diese Aspekte stärken das Selbstbewußtsein und beruhigen das vegetative Nervensystem.

    Formen

    • Erhobenes Haupt
    • Oberschenkeldehnung
    • Hüftdehnung
    • Schütteln
    • Wirbel- und Rückenmassage
    • Gesäß Schwingen
    • Rippen- u Brustmassage
    • Fliegen
    Tanz

    Geschichte

    Auf etwa 5000 Jahre alten Gefäßen, die bei Ausgrabungen in der Provinz Qing Hai in der Nähe der Stadt Da Tong / Zentralchina gefunden wurden, sind Abbildungen von tanzenden Menschen zu sehen. Der Historiker Luo Mi 1131 – 1189 überliefert in seinem Werk „Das große Geschichtsbuch“ den Zusammenhang zwischen heftigen Klimaveränderungen in dieser Zeit, den dadurch aufgetretenen Gelenks- und Muskelkrankheiten durch hohe Feuchtigkeit und schließlich einen daraufhin zur Heilung entwickelten „Großen Tanz – Da Wu“. Aus diesen und weiteren Zeugnissen gilt als belegt, dass die Vorfahren des chinesischen Volkes den Großen Tanz zur Heilung von Krankheiten eingesetzt haben.

    Die Sechs heilsamen Laute – Liu Zi Jue

    Anwendung

    Heilsame Laute sind mit dem Stimmorgan bewusst erzeugte Töne bzw. mechanische Schwingungen, die entsprechend ihrer spezifischen Frequenz die 6 wichtigsten Organsysteme, Lunge, Niere, Leber, Herz, Milz und genetischen Kode der DNA, aktivieren. Durch das resonante Vibrieren der Organzellen kann zum Beispiel die Funktion von Niere oder Leber angeregt werden. Dies trägt zu besserer Entgiftung und somit zur Gesundung und Vitalisierung des gesamten Körpers bei. Da diese Schwingung alles durchdringt, erfasst diese Form des inneren QiGong ausgehend von der einzelnen Zelle die entsprechenden Organe und über die Meridiane den ganzen Körper. In Verbindung mit Atemtechnik und speziellen Bewegungsabläufen werden das Ausscheiden verbrauchter Stoffe sowie das Aufnehmen frischer Energie bewusst unterstützt. Der in Gang gebrachte Fluss des Qi sorgt für die Harmonisierung von Ungleichgewichten. Der Ton als anregende schwingende Energie versetzt Körper und Geist in einen zentrierten meditativen Zustand. Unangenehme aufgestaute Gefühle wie Stress, Pein, Unruhe oder Angst weichen positiver mentaler, in sich ruhender Energie.

    Formen

    • Heilender Laut für die Leber: schüüü...
    • Heilender Laut für das Herz: cheee...
    • Heilender Laut für die Milz: huuu...
    • Heilender Laut für die Lunge: ssseee...
    • Heilender Laut für die Nieren: tschuay...
    • Heilender Laut für DNA und 3fach Erwärmer: chiii...
    Laute

    Geschichte

    Vor Tausenden Jahren entdeckten daoistische Meister sechs Laute, bei deren Ausstoßen Schwingungen entstehen, die die inneren Organe gesund halten und Krankheiten mindern. Die Heillaute wurden zum ersten Mal im Buch von „Zhuang Zi", dem wichtigsten daoistischen Gelehrten nach Laozi, erwähnt. Es wurde vor ca. 2400 Jahren verfasst und berichtet von unterschiedlichen QiGong-Übungsformen und -Atemtechniken. Anfangs wurden „Die sechs Heillaute“ wegen der besonderen Schwingungsmuster ohne Bewegungen geübt und auch so überliefert und weitergegeben. Die Besonderheit lag in der Wirkung der Laute und der durch sie erzeugten Frequenzen. Später kamen Bewegungen hinzu, die gleichzeitig die den Organen zugeordneten Meridiane aktivieren, um die Wirkung noch zu steigern. Durch verschiedene Tests und wissenschaftliche Studien, basierend auf den sechs traditionellen „Lui Zi Jue" Formen, haben Experten eine Neufassung der Übungen erarbeitet, deren Wirkung sowohl wissenschaftlich nachweisbar als auch praktisch erfahrbar ist.

    Die Wandlung des Gewebes – Yi Jin Jing

    Anwendung

    Das „Yin Jin Jing“ – QiGong dient dem Öffnen der Muskeln, Sehnen und Gelenke. Durch Aktivierung und vermehrte Durchblutung kommt es zum Abtransport von Abbauprodukten und Giften und damit zur Reinigung des Körpers. Dadurch werden die Energieleitbahnen des Körpers durchlässiger, der Energiefluss verbessert sich, Körper und Geist werden gestärkt und ausgeglichen.

    Formen

    • Der Bote des Buddhas hält einen Stock vor der Brust
    • Der Bote des Buddhas hält einen Stock zu beiden Seiten
    • Der Bote des Buddhas hält einen Stock nach oben
    • Den Stern greifen und dem Himmel darreichen
    • Die neun Kühe ziehen
    • Der Drache zeigt seine Krallen, der Phönix spreizt die Schwingen
    • Die neun Teufel ziehen ihre langen Schwerter
    • Sich zu den drei Ebenen senken
    • Der blaue Drache streckt seine Klauen
    • Der Tiger packt seine Beute
    • Die drei Verbeugungen
    • Sich senken und zum Schweif werden
    Gewebe

    Geschichte

    Der Überlieferung nach kam der buddhistische Zen-Mönch Bodhi Dharma um 500 nach China und meditierte 9 Jahre lang in einem Shaolin-Kloster. Danach gab er anderen Shaolin Mönchen in der Methode Yi Jin Jing (Umwandlung der Muskulatur) Unterricht, um ihre Körper zu stärken und den Geist wach zu halten. Diese Technik wurde in die chinesischen Kampfkünste des Shaolin Qan (Gongfu) integriert.

    Zwölf edle Übungen im Sitzen – Shier Duan Jin

    Anwendung

    Die Zwölf edlen Übungen gehören zu den Daoyin-Übungen des Altertums, die die Gesundheit durch Regulation der Atmung und die Dehnung des Körpers fördern, wobei der mentalen Komponente eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Durch die Koordination von Geist und Form sowie Bewegung und Atmung wird erreicht, dass die Bewegungen mit der Zirkulation des inneren Qi eins werden. Bewegung und Ruhe wechseln einander ab, was besonders effektiv zur Kultivierung von Körper und Geist beiträgt.

    „Der Körper ist das Haus der Seele“ – Körper und Geist hängen von einander ab und nutzen sich gegenseitig zu ihrem gesundheitlichen Vorteil. Die mentale Konzentration ist eng mit den Körperbewegungen verbunden, vertreibt ablenkende Gedanken und erzeugt eine ruhige Stimmung.
    Die vielfältigen dehnenden und stauchenden Aspekte dieser Körperübungen wirken als ausgleichende und funktionsverbessernde Massage der inneren Organe Andererseits werden Stütz- und Bewegungsapparat und die Gliedmaßen trainiert. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Schulter-Nacken-Partie sowie auf der Dehnung von (verkürzten) Sehnen und Muskeln der Gliedmaßen und deren Gelenke. Das Sitzen während der gesamten Übungsfolge unterstreicht den ruhigen meditativen Charakter dieser Form.

    Formen

    • Mit geballten Fäusten meditieren
    • Mit den Zähnen klappern und auf den Hinterkopf klopfen
    • Die Halswirbelsäule schütteln
    • Den Kopf umklammern
    • Die Haspel drehen
    • Den Himmel mit den Händen stützen
    • Den Oberkörper nach vorne lehnen und an den Füßen ziehen
    • Die Lenden massieren
    • Den Unterleib massieren
    • Wärme im Bauchnabel erzeugen
    • Den Körper schwingen und die Wirbelsäule schütteln
    • Laut gurgeln und den Speichel schlucken
    Sitzen

    Geschichte

    Im Chinesischen werden die Zwölf edlen Übungen, als „Zwölf Stück Brokat“ - Brokat, der Schatz oder Edelstein - bezeichnet, weil sie nicht zuletzt durch die buddhistische Haltung im Sitzen grazil und elegant wirken. Abgeleitet von den „Acht edlen Übungen“ bekam diese Übungsmethode durch Xu Wenbi ihren heutigen Namen, der in der Regierungszeit des Qing-Kaisers Qianlong (1736-1795) den 8 Übungen von Zhongli Quan 4 weitere hinzufügte. Ausführungen darüber lassen sich in den „Zehn Schriften über die Schulung zum Unsterblichen“ aus der Ming-Zeit (1368-1644) finden. Zu der Zeit des Qing-Kaisers Xianfeng (1851 – 1861) ergänzte Pan Wie die Zwölf edlen Übungen mit weiteren Formeln und medizinischen Klassikern in seinem Werk „Wesentliche Übungsmethoden zur Gesunderhaltung“. Das Zentrum für Gesundheits-QiGong konzentrierte sich bei der Zusammenstellung der Übungen jedoch auf die Basis der Acht edlen Übungen von Zhongli Quan und auf die von Xu Wenbi perfektionierten Zwölf edle Übungen. So dass die damaligen „die schlechte Energie vertreibenden Übungen“ mit Rücksicht auf die physischen und psychischen Charakteristika des modernen Menschen angepasst wurden. Wichtig ist die Idee des Zusammenspiels von Ruhe und Bewegung sowie von Körper und Geist. Die wertvollen Übungen vereinigen traditionelle QiGong-Methoden wie Massage, Daoyin (Atmungsregulation und körperliche Dehnübung) und Meditation.

    Daoyin QiGong in 12 Übungen – Daoyin Yangsheng Gong Shier Fa

    Anwendung

    Das Daoyin QiGong in 12 Übungen fasst sehr weitgehende Bereiche der Chinesischen Philosophie und der Chinesischen Traditionellen Medizin auf: wie z.B. Die Harmonie von Himmel, Erde und Mensch, die Fünf Elemente und Yin und Yang. Diese Aspekte werden mit Körper und Geist und einzelnen Organen in Verbindung gebracht. Die mitgegebene Gesundheitsauffassung entspricht den im „Buch der Wandlungen“ niedergebrachten Anweisungen zur Heilung und Pflege der Gesundheit z.B. die Mahnung an Maßhaltigkeit im Leben bezüglich jeder Hinsicht.

    Die Übungen sind durch sehr harmonische und ausnahmslos symmetrische Formen geprägt – z.B. auf und ab, links und rechts. Die immer wiederkehrende Form des Kreises korrespondiert mit den Kreisbahnen verschiedener Körperteile und den Kreisbahnen der unzähligen Dinge im Kosmos. Damit werden Gelenke geschmeidig gemacht und Muskeln, Knochen und Bänder gestärkt. Die Bewegungen identifizieren sich mit dem Qi-Strom der Organe, wirken somit anregend bzw. ausgleichend auf deren Funktion.

    Der Kultivierung der Lebensenergie, Qi und Geist wird große Bedeutung zugemessen. Daoyin QiGong betont die Pflege des Geistes durch Konzentration, die Anregung des Qi durch die Regulierung des Atems und die Förderung der Meridiane durch Dehnungen (= DAOYIN).

    Formen

    • Start durch Qian und Yuan
    • Zwei Fische hängen an der Wand
    • Das alte Ross im Stall
    • Ji Chang durchstößt mit einem Pfeil eine Wanze
    • Verbeugung und Stiefel abstauben
    • Das Nashorn blickt zum Mond
    • Eine Lotusblume reckt ihr Köpfchen aus dem Wasser empor
    • Der Hahn kündigt den Tagesanbruch an
    • Eine mit ihren Flügeln schlagende Wildgans am Strand
    • Ein weißer Kranich am Wolkenende
    • Würdiger Auftritt eines Phönix
    • Das Führen des vitalen Qi zum Punkt Guanyuan
    Daoyin

    Geschichte

    Daoyin ist eine uralte Technik zur körperlichen Kräftigung, die Atemübungen mit dem Training der Gliedmaßen verbindet. Die Übungsmethoden gehen auf die Grundsätze zurück, die im „Buch der Wandlungen“ (Yi Ying) aus der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.) beschrieben sind. Im Grab des Mawangdui aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n.Chr.) wurde 1976 das „Daoyin-Schaubild“ gefunden. Darauf sind sowohl Abbildungen über Fitness-Training und Krankheitsbehandlung als auch über Bewegungen der Gliedmaßen in Abstimmung mit der Atmung ersichtlich. Sie weisen auf eine uralte Geschichte der Gesundheitsförderung hin. Die Traditionelle Gesundheitsphilosophie hat sich auf der Basis des Verstehens der Verbindung zwischen Mensch und Natur sowie der Gesetzmäßigkeit der menschlichen Psyche und Physiologie und der Ursachen von Krankheiten entwickelt. Sie ist im „Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin“ (475-221 v. Chr.) beschrieben. Diese Ansichten decken sich mit denen der alten QiGong-Systeme und dem Daoyin: „Wo die Gedanken sind, ist auch das Qi. Wo Qi ist, zirkuliert Blut. Und wo Blut zirkuliert, ist Gesundheit.“ Geist (Konzentration der Gedanken), Qi (Atem und Lebensenergie) und Form (Haltung des sichtbaren Körpers) bilden eine Einheit, die für die körperliche Kräftigung, die Heilung und Vorbeugung von Krankheiten von großer Bedeutung ist. Diese Trinität von Geist, Qi und Form wird auch als Essenz des Daoyin-QiGong bezeichnet.